Mammographie mit Brustimplantaten: die Eklund-Technik erklaert

Nachsorge & Heilung

Mammographie mit Brustimplantaten: die Eklund-Technik erklaert

Viele Frauen mit Brustimplantaten sind verunsichert, ob sie ueberhaupt noch zur Mammographie gehen koennen. Die kurze Antwort lautet ja, und sie sollten es auch. Die etwas laengere Antwort betrifft die Technik. Damit die Untersuchung trotz Implantat aussagekraeftig bleibt, nutzen Roentgenpraxen ein spezielles Vorgehen, das nach seinem Entwickler als Eklund-Technik bekannt ist. Wer versteht, wie das funktioniert, geht entspannter und besser vorbereitet zur Vorsorge.

Ein Brustimplantat liegt hinter dem Druesengewebe und ist im Roentgenbild nicht durchlaessig. Ohne Anpassung wuerde es einen Teil des Gewebes verdecken. Genau dieses Problem loest die Eklund-Technik, indem sie das Implantat aus dem Bildbereich schiebt.

Radiologin bereitet eine Mammographie fuer eine Patientin vor

Was bei der Eklund-Technik anders ablaeuft

Bei der sogenannten Implantat-Verdraengungsaufnahme wird das Implantat mit sanftem Druck nach hinten Richtung Brustwand geschoben, waehrend das davor liegende Druesengewebe nach vorne zwischen die Aufnahmeplatten gezogen wird. So entstehen zusaetzliche Bilder, auf denen mehr Gewebe frei von der Implantatschattierung sichtbar ist. In der Praxis bedeutet das:

  • Es werden mehr Aufnahmen gemacht als bei einer Brust ohne Implantat.
  • Neben den Standardbildern kommen die speziellen Verdraengungsaufnahmen hinzu.
  • Die Untersuchung dauert dadurch etwas laenger.
  • Der Druck wird so dosiert, dass er das Implantat nicht gefaehrdet.

Die Sorge, das Implantat koennte bei der Mammographie platzen, ist verstaendlich, aber bei fachgerechter Durchfuehrung sehr gering. Erfahrene Teams kennen den Umgang mit Implantaten und passen den Ablauf entsprechend an. Ergaenzend zur Mammographie spielt bei Implantattraegerinnen die Ultraschalluntersuchung eine wichtige Rolle.

Warum Sie Ihr Implantat immer angeben sollten

Der wichtigste praktische Punkt liegt bei Ihnen. Sagen Sie bei der Terminvereinbarung und vor der Untersuchung ausdruecklich, dass Sie Brustimplantate tragen. Nur dann kann die Praxis die passende Technik einplanen, genug Zeit einraeumen und die richtigen Aufnahmen vorbereiten. Nennen Sie nach Moeglichkeit auch den Implantattyp und das Operationsjahr, soweit Sie es aus Ihrem Implantatpass kennen.

Diese Information hilft nicht nur bei der Mammographie, sondern bei jeder bildgebenden Untersuchung. Wie die verschiedenen Verfahren zusammenspielen, zeigt der Beitrag zum MRT-Screening bei Brustimplantaten.

Aerztin bespricht Mammographie-Aufnahmen mit einer Patientin

Haeufige Fragen vor der Untersuchung

Viele Patientinnen kommen mit denselben Unsicherheiten in die Praxis. Ein paar davon lassen sich vorab klaeren. Tut die Untersuchung mit Implantat mehr weh? Der Druck wird bewusst angepasst, viele Frauen empfinden die Verdraengungsaufnahmen sogar als weniger unangenehm als eine Standardaufnahme, weil vor allem das weiche Gewebe komprimiert wird. Kann die Mammographie mein Implantat beschaedigen? Bei fachgerechter Durchfuehrung ist das sehr unwahrscheinlich, auch wenn ein theoretisches Restrisiko nie voellig ausgeschlossen werden kann. Muss ich haeufiger zur Untersuchung, weil ich ein Implantat habe? Nicht grundsaetzlich, die Intervalle richten sich nach Ihrem individuellen Risiko und dem allgemeinen Vorsorgeplan.

Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie diese Punkte offen an. Ein gutes radiologisches Team nimmt sich die Zeit, den Ablauf zu erklaeren, bevor die erste Aufnahme gemacht wird. Diese Ruhe hilft, denn eine entspannte Patientin laesst sich leichter und mit weniger Druck untersuchen, was wiederum die Bildqualitaet verbessert.

Mammographie, Ultraschall und MRT im Zusammenspiel

Kein einzelnes Verfahren ist fuer sich allein perfekt. Die Mammographie mit Eklund-Technik ist gut fuer die Krebsvorsorge des Druesengewebes. Der Ultraschall beurteilt zusaetzlich das Gewebe und kann Fluessigkeitsansammlungen erkennen. Das MRT gilt als besonders empfindlich, um die Unversehrtheit des Implantats selbst zu beurteilen, etwa bei Verdacht auf einen stillen Riss. Welches Verfahren in Ihrem Fall wann sinnvoll ist, richtet sich nach Ihrem Alter, Ihrem Risiko und der Fragestellung. Das entscheidet Ihre Aerztin oder Ihr Arzt individuell, nicht ein pauschaler Plan aus dem Internet.

Wichtig ist die Botschaft dahinter: Ein Implantat ist kein Grund, die Krebsvorsorge zu vernachlaessigen. Im Gegenteil, mit der richtigen Technik bleibt die Vorsorge zuverlaessig moeglich.

Fazit: Vorsorge bleibt auch mit Implantat moeglich

Die Eklund-Technik sorgt dafuer, dass die Mammographie trotz Brustimplantat aussagekraeftig bleibt. Ihr wichtigster Beitrag dazu ist einfach: Geben Sie Ihr Implantat immer an und halten Sie Ihre Vorsorgetermine zuverlaessig ein. Welche Intervalle und Verfahren fuer Sie persoenlich gelten, besprechen Sie mit Ihrer Frauenaerztin oder Ihrem Radiologen. Weitere Grundlagen zur Mammographie und Krebsvorsorge und viele weitere Themen finden Sie in der Kategorie Nachsorge und Heilung. Fuer Ihre Fragen erreichen Sie uns ueber das Kontaktformular.

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